Philosophie

Die Philosophie einer Feuerwehr

Das Feuer.  -  Das Feuer hat Zwei!  -  Zwei Gesichter.

Das eine Gesicht, es ist freundlich, es spendet Licht und Wärme. Es hat den Zivilisationsprozess voran gebracht. Die Menschheit hat sich durch das Feuer weiter entwickelt.

Wenn jedoch das Feuer außer Kontrolle gerät, zeigt sich sein anderes Naturell. Dann verschlingt und zerstört es alles, was sich ihm in seinem Weg bietet, ist nicht mehr zu bändigen, ist ein unberechenbarer Feind der Menschen.

Feuer galt als religiöses Ursymbol der Menschheit. Weil es vom Himmel kam betrachtete man es als Geschenk der Götter. Als es den Menschen möglich wurde, das Feuer selbst zu erzeugen, verloren sie ihre Ängste nach und nach. Bis weit in die Neuzeit hinein bot die offene Verbrennung von Holz, Kohle oder Wachs die einzige Möglichkeit, Wohnräume zu beleuchten sowie zu beheizen, Nahrung zuzubereiten oder für handwerkliche Prozesse in Gang zu bringen.

Mit dem Segen des Feuers kam auch sein Fluch.

Um Platz und Baumaterial zu sparen, baute man die Hütten und Häuser enger und enger aneinander. Gerieten Feuerstellen außer Kontrolle, hatte dies immer verheerende Folgen. Die ersten Bürgerwehren wurden ins Leben gerufen. Sie hatten zum Löschen jedoch anfangs nur Eimer und Patsche.

Im 17. Jahrhundert wurde die erste handbetriebene Kolbenpumpe entwickelt und man war in der Lage, Wasser zu fördern. Mit Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert war ein weiterer Fortschritt verbunden. Man konstruierte die erste dampfbetriebene Feuerspritze. In diese Zeit fällt auch die Gründung der ersten Berufsfeuerwehren in den Großstädten. Anderenorts gingen aus Turnvereinen erste freiwillige Feuerlöschgruppen hervor.

Es kam insbesondere vom 12. bis 14. Jahrhundert zu großen Stadtbränden, so auch in Vetschau (Siehe Historie). Erst allmählich gelangten die Menschen zu der Erkenntnis, dass der sachgemäße Umgang mit dem Feuer und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen wie Bauvorschriften und Feuerordnungen, Brände verhindern können.

Nach dem großen Brand von London im Jahr 1666 wurde die Idee der Feuerversicherung geboren. In Straßburg gründete man 1716 den Vorläufer der ersten Berufsfeuerwehr. Erst um 1870 sind die ersten Freiwilligen Feuerwehren dokumentiert. 1903 war ein entscheidendes Jahr in der Geschichte der Feuerbekämpfung. Das erste Feuerwehrauto mit Benzinmotor wurde in Betrieb genommen.

So wie sich in den Jahren Freiwillige Feuerwehren z. B. aus Turnvereinen entwickelten, so gingen die Zahlen der abgebrannten Innenstädte zurück. Was mit dem Eimer begann  hat sich in den letzten Jahren zu Hochleistungstechnik entwickelt.

Der Entwicklung des Feuers muss die Entwicklung der Feuerwehrtechnik standhalten. Dies bedarf großer Anstrengungen. Anstrengungen, die Technik ständig neu zu beschaffen, Anstrengungen die Technik zu bedienen. Alles zum Schutze unserer Bürgerinnen und Bürger, eigentlich immer noch wie früher, nach wie vor ein Selbstschutz der Bürger durch Bürger.

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